Niddo
Blog
Ablauf der einvernehmlichen Scheidung in Spanien

Einvernehmliche Scheidung in Spanien: Ablauf, Fristen und Kosten 2026

NNiddo-Team3. April 20269 Min. Lesezeit
einvernehmliche Scheidung Spanienschnelle Scheidung SpanienScheidungsdauer SpanienScheidungskosten Spanien

Die einvernehmliche Scheidung: der schnellste Weg zur Trennung in Spanien

Die einvernehmliche Scheidung ist in Spanien mit Abstand die schnellste, günstigste und schonendste Möglichkeit, eine Ehe aufzulösen. Seit ihrer Einführung mit der Reform durch das Gesetz Ley 15/2005 hat dieses Verfahren die Scheidungslandschaft im Land grundlegend verändert. Heute werden laut den aktuellsten Daten des Instituto Nacional de Estadística mehr als 75 % aller Scheidungen in Spanien im gegenseitigen Einvernehmen abgewickelt -- ein klares Zeichen dafür, dass die Mehrheit der Paare diesen Weg dem gerichtlichen Streit vorzieht.

Doch dass die Scheidung schnell vonstattengeht, bedeutet weder, dass sie automatisch abläuft, noch dass keine Vorbereitung erforderlich ist. Es gibt Voraussetzungen zu erfüllen, Unterlagen zu beschaffen und wichtige Entscheidungen zu treffen -- besonders wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind. In diesem Leitfaden erklären wir Schritt für Schritt alles, was Sie für 2026 über die einvernehmliche Scheidung in Spanien wissen müssen: welche gesetzlichen Anforderungen gelten, wie das Verfahren abläuft, wie lange es dauert, was es kostet und worin die Unterschiede zur streitigen Scheidung bestehen.

Mehr als 75 % der Scheidungen in Spanien werden einvernehmlich durchgeführt. Die einvernehmliche Scheidung ist nicht der einfache Weg -- sie ist der kluge Weg, wenn beide Seiten bereit sind, Einigungen zu erzielen.

Voraussetzungen für die einvernehmliche Scheidung

Die spanische Gesetzgebung legt klare Voraussetzungen fest, um eine einvernehmliche Scheidung beantragen zu können. Es sind wenige, aber alle sind unabdingbar:

  • Drei Monate Ehe: Dies ist die einzige Frist, die das Gesetz verlangt. Seit der Reform von 2005 muss einer Scheidung keine gerichtliche Trennung mehr vorausgehen. Es genügt, dass seit der Heirat mindestens drei Monate vergangen sind, um den Scheidungsantrag direkt stellen zu können. Eine Ausnahme gilt, wenn eine Gefährdung von Leben, körperlicher Unversehrtheit, Freiheit, seelischer Integrität oder sexueller Selbstbestimmung eines Ehegatten oder der Kinder vorliegt -- in diesem Fall entfällt die Wartefrist.
  • Gegenseitiges Einvernehmen beider Ehegatten: Beide Parteien müssen der Scheidung und deren Bedingungen zustimmen. Darin besteht der wesentliche Unterschied zur streitigen Scheidung. Es genügt nicht, dass beide sich trennen wollen; sie müssen sich auch über alle Folgen einigen: Sorgerecht, Unterhalt, Vermögensaufteilung, Nutzung der Ehewohnung usw. Wenn Sie nicht verheiratet sind, aber gemeinsame Kinder haben, lesen Sie unseren Leitfaden zu Kindern unverheirateter Paare, in dem das entsprechende Verfahren erläutert wird.
  • **Unterzeichneter Scheidungsfolgenvertrag (*convenio regulador*) beider Parteien: Dies ist das zentrale Dokument der einvernehmlichen Scheidung. Es muss alle Vereinbarungen über die Folgen der Scheidung festhalten. Bei gemeinsamen Kindern muss der Vertrag das gemeinsame oder alleinige Sorgerecht, das Umgangsrecht, den Kindesunterhalt, die Nutzung der Familienwohnung und die Kostenaufteilung regeln. Für eine ausführliche Erläuterung der Erstellung dieses Dokuments lesen Sie unseren Leitfaden zum Scheidungsfolgenvertrag.
  • Rechtsanwalt und Prozessbevollmächtigter: Auch bei einer einvernehmlichen Scheidung ist die Mitwirkung eines Rechtsanwalts (Abogado) und eines Prozessbevollmächtigten (Procurador) in Spanien gesetzlich vorgeschrieben. Der Vorteil: Bei der einvernehmlichen Scheidung können beide Ehegatten denselben Rechtsanwalt und denselben Prozessbevollmächtigten gemeinsam beauftragen, was die Kosten erheblich senkt. Bei der streitigen Scheidung benötigt hingegen jede Partei zwingend einen eigenen Anwalt.

Ablauf der einvernehmlichen Scheidung Schritt für Schritt

Rechtsanwalt und Prozessbevollmächtigten beauftragen

Der erste Schritt ist die Beauftragung eines Rechtsanwalts, der sämtliche Unterlagen vorbereitet und Sie durch das Verfahren begleitet. Bei einer einvernehmlichen Scheidung können beide Parteien einen gemeinsamen Anwalt nutzen, was das Verfahren vereinfacht und verbilligt. Der Prozessbevollmächtigte vertritt Sie vor Gericht und übernimmt die Einreichung von Schriftsätzen sowie den Empfang gerichtlicher Mitteilungen.

Wenn Sie keinen privaten Rechtsanwalt finanzieren können, haben Sie Anspruch auf Prozesskostenhilfe (Justicia Gratuita), sofern das Haushaltseinkommen das Doppelte des IPREM nicht überschreitet. Der Antrag ist beim Anwaltsverein (Colegio de Abogados) Ihres Wohnorts zu stellen.

Den Scheidungsfolgenvertrag ausarbeiten

Dies ist der wichtigste und in der Regel zeitaufwendigste Schritt. Der Scheidungsfolgenvertrag muss alle Vereinbarungen zu den Scheidungsfolgen enthalten. Sind minderjährige Kinder vorhanden, schreibt das Gesetz als Mindestinhalt vor:

  • Sorgerecht: Ob es gemeinsam oder bei einem Elternteil allein liegt und im letzteren Fall, welches Umgangsrecht dem anderen Elternteil eingeräumt wird.
  • Kindesunterhalt: Der Betrag, den der nicht betreuende Elternteil (oder bei gemeinsamem Sorgerecht beide Eltern) zur Deckung des Kindesbedarfs leistet.
  • Nutzung der Familienwohnung: Wer in der Wohnung verbleibt und zu welchen Bedingungen.
  • Aufteilung von Vermögen und Schulden: Wie gemeinschaftliches Vermögen geteilt und gemeinsame Schulden -- insbesondere eine etwaige Hypothek -- übernommen werden.
  • Ausgleichsrente: Gerät ein Ehegatte durch die Scheidung in eine wirtschaftlich schlechtere Lage, kann eine befristete oder dauerhafte Ausgleichszahlung vereinbart werden.

Fällt es Ihnen schwer, eigenständig zu Einigungen zu gelangen, ist die Familienmediation ein hervorragendes Instrument, um Verhandlungen mit Hilfe einer unparteiischen Fachperson zu entsperren.

Einreichung des Scheidungsantrags beim Gericht

Nachdem der Scheidungsfolgenvertrag von beiden Ehegatten unterzeichnet wurde, formuliert der Rechtsanwalt den Scheidungsantrag, den der Prozessbevollmächtigte beim zuständigen Gericht erster Instanz (Juzgado de Primera Instancia) am letzten gemeinsamen Wohnsitz des Ehepaares oder am Wohnsitz eines der Ehegatten einreicht.

Zusammen mit dem Antrag werden eingereicht: der Scheidungsfolgenvertrag, die Heiratsurkunde, die Geburtsurkunden der Kinder (sofern vorhanden), die Meldebescheinigung sowie die Abwicklung des ehelichen Güterstands (oder die Verpflichtung, dies innerhalb einer bestimmten Frist nachzuholen).

Anhörung und Urteil

Nach Einreichung des Antrags lädt das Gericht beide Parteien zu einer Anhörung zur Bestätigung (Comparecencia de Ratificación) vor. Bei diesem Termin erscheinen beide Ehegatten vor dem Richter, um zu bestätigen, dass sie der Scheidung und den Bedingungen des Vertrags zustimmen. Es handelt sich um einen formalen Vorgang, der in der Regel 10 bis 20 Minuten dauert.

Sind minderjährige Kinder vorhanden, prüft die Staatsanwaltschaft (Ministerio Fiscal) den Vertrag, um sicherzustellen, dass die Rechte der Kinder gewahrt werden. Nach Bestätigung der Vereinbarung ergeht das Scheidungsurteil, das von Amts wegen ins Personenstandsregister (Registro Civil) eingetragen wird. Ab diesem Zeitpunkt ist die Ehe rechtlich aufgelöst.

Paar unterzeichnet Scheidungsvereinbarung
Paar unterzeichnet Scheidungsvereinbarung

Fristen und Kosten der einvernehmlichen Scheidung in 2026

Wie lange dauert eine einvernehmliche Scheidung?

Die Gesamtdauer hängt von zwei Faktoren ab: dem Zeitbedarf für die Einigung und der Arbeitsbelastung des jeweiligen Gerichts.

  • Vorbereitungsphase (Scheidungsfolgenvertrag): Ein bis mehrere Wochen oder Monate, je nach Komplexität der Situation. Sind sich beide Parteien bereits einig, kann der Anwalt den Vertrag innerhalb weniger Tage fertigstellen.
  • Gerichtliche Phase: Nach Einreichung des Antrags setzt das Gericht den Bestätigungstermin in der Regel innerhalb von 1 bis 3 Monaten an, abhängig von der Stadt.
  • Urteil: Das Urteil ergeht üblicherweise noch am selben Tag der Anhörung oder in den darauffolgenden Tagen.

Insgesamt beträgt die übliche Frist von der Antragstellung bis zum rechtskräftigen Urteil 1 bis 3 Monate. Zum Vergleich: Eine streitige Scheidung dauert im Durchschnitt 12 bis 24 Monate.

Was kostet eine einvernehmliche Scheidung?

Die Kosten variieren je nach Stadt, Komplexität des Falls sowie den Honoraren von Anwalt und Prozessbevollmächtigtem. Folgende Richtwerte gelten für 2026:

  • Rechtsanwalt: Zwischen 500 und 1.200 Euro für eine standardmäßige einvernehmliche Scheidung. Da beide Ehegatten denselben Anwalt beauftragen, werden diese Kosten geteilt.
  • Prozessbevollmächtigter: Zwischen 150 und 350 Euro. Ebenfalls aufzuteilen.
  • Gerichtsgebühren: Familienrechtliche Verfahren für natürliche Personen sind seit 2015 von Gerichtsgebühren befreit.
  • Geschätzte Gesamtkosten: Zwischen 800 und 1.500 Euro insgesamt, aufgeteilt auf beide Parteien. Das bedeutet, jeder Ehegatte zahlt ungefähr 400 bis 750 Euro.

Zum Vergleich: Bei einer streitigen Scheidung benötigt jede Partei einen eigenen Anwalt und Prozessbevollmächtigten; hinzu kommen Gutachterkosten, Vermögensbewertungen und psychosoziale Berichte -- die Kosten können dabei leicht auf 3.000 bis 10.000 Euro pro Person ansteigen. Die finanzielle Ersparnis durch die einvernehmliche Scheidung ist daher erheblich.

Denken Sie daran: Erfüllen Sie die Einkommensvoraussetzungen für die Prozesskostenhilfe, kann das gesamte Verfahren vollständig kostenfrei sein.

Nach der Scheidung: die gemeinsame Elternschaft organisieren

Das Scheidungsurteil markiert den Abschluss eines rechtlichen Verfahrens -- aber den Beginn einer weit längeren Herausforderung: der gemeinsamen Elternschaft. Wenn Sie gemeinsame Kinder haben, bleiben Sie noch viele Jahre gemeinsam Eltern, auch wenn Sie kein Paar mehr sind. Wie gut diese Co-Elternschaft gelingt, hängt wesentlich davon ab, wie Sie den Alltag von Anfang an organisieren.

Der Scheidungsfolgenvertrag legt den allgemeinen Rahmen fest -- beachten Sie jedoch, dass er angepasst werden kann, wenn sich die Umstände wesentlich ändern: Das Gesetz ermöglicht es, eine Abänderung der Sorgerechtsentscheidung zu beantragen, wenn eine erhebliche Veränderung der familiären Situation eingetreten ist. Kommt Ihr Ex-Partner den vereinbarten Pflichten nicht nach, stehen Ihnen rechtliche Mittel zur Verfügung, um einen Verstoß gegen den Scheidungsfolgenvertrag durchzusetzen. Der Alltag steckt voller Details, die kein Dokument im Voraus regeln kann: Wer bringt die Kinder zum Zahnarzt? Wie werden die Kosten für den Schulausflug aufgeteilt? Was passiert, wenn das Kind krank wird, während es beim einen Elternteil ist, aber am nächsten Tag einen Arzttermin in der Betreuungszeit des anderen hat? Diese kleinen Einzelheiten werden, wenn schlecht gehandhabt, zur dauerhaften Konfliktquelle.

Daher ist es entscheidend, auf Werkzeuge zurückzugreifen, die die Koordination erleichtern. Co-Elternschaft-Apps wie Niddo sind genau dafür entwickelt worden: Sie bieten einen gemeinsamen Bereich, in dem beide Elternteile den Sorgerechtskalender verwalten, Ausgaben für die Kinder erfassen und aufteilen sowie strukturiert über alles kommunizieren können, was die Kinder betrifft. Alle Informationen an einem zentralen Ort zu haben reduziert Missverständnisse, Auseinandersetzungen und Stress -- für alle Beteiligten, einschließlich der Kinder.

Möchten Sie tiefer in das Thema eintauchen, wie eine gesunde und funktionierende Co-Elternschaft aufgebaut wird, deckt unser vollständiger Leitfaden zur Co-Elternschaft alle relevanten Aspekte ab.

Die Scheidung ist das Ende einer Ehe, aber der Beginn einer neuen Form von Familie. Wer die gemeinsame Elternschaft von Anfang an gut organisiert, macht einen entscheidenden Unterschied für die Kinder.

Fazit: ein Neuanfang ohne unnötige Auseinandersetzungen

Die einvernehmliche Scheidung ist keine Scheidung zweiter Klasse. Sie ist der Weg, den das spanische Recht für Paare geschaffen hat, die sich trennen wollen, um dies auf zivilisierte, zügige und kostengünstige Weise zu tun -- mit besonderem Schutz für die Kinder. Wenn beide einer Trennung zustimmen und sich auf die Folgen einigen können, macht es keinen Sinn, das Verfahren in einen langwierigen und kostspieligen Rechtsstreit zu verwandeln.

Die Daten sind eindeutig: Einvernehmliche Scheidungen sind schneller, günstiger und belasten die gesamte Familie emotional weniger. Wenn Sie eine Scheidung in Betracht ziehen, informieren Sie sich über Ihre Möglichkeiten, sprechen Sie mit einem auf Familienrecht spezialisierten Anwalt und erwägen Sie die Mediation, falls die Verhandlungen ins Stocken geraten. Wenn Sie als Ausländer in Spanien wohnen, lesen Sie unseren Leitfaden zu Scheidung und Sorgerecht als Ausländer in Spanien, der die spezifischen Aspekte Ihrer Situation erläutert. Und wenn das Urteil vorliegt, überlassen Sie die gemeinsame Elternschaft nicht dem Zufall -- organisieren Sie sich von Anfang an.

Niddo kostenlos herunterladen** und von Beginn Ihres neuen Lebensabschnitts an eine geordnete Co-Elternschaft aufbauen.

Ähnliche Artikel

Co-Parenting ohne Stress organisieren

Geteilter Kalender, klare Ausgaben und Familienkommunikation in einer App. Schließen Sie sich über 10.000 Familien an, die Niddo bereits nutzen.